1. Organisation, Personal

1.1 Organisation

Nach der Neufassung des Geschäftsverteilungsplanes im Jahre 1999 und seiner Umsetzung in den betrieblichen Alltag war das Jahr 2000 ein eher ruhiges Jahr. Zwar gab es in der Leitung der Geschäftsstelle bereits nach kurzer Zeit einen Wechsel, der erneut zum Überdenken der Konzeption dieses Arbeitsplatzes führte; von einer geringen, in der Person der neuen Stelleninhaberin liegenden Veränderung abgesehen, wurde die vor Jahresfrist gefundene Lösung beibehalten.

Auch konnte das scheinbar unproblematische Tragen von Namensschildern endlich nach einer Reihe von Diskussionen für alle im Publikumsbereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich eingeführt werden.

Für das Jahr 2000 konnte erstmals ein Papier „Aufgaben und Ziele im Jahr 2000" unter Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erstellt werden. Darin wurden abteilungsweise die nicht routinemäßig zu leistenden Arbeiten aufgeführt und zu Jahresanfang 2001 auf ihre Erledigung überprüft. Auf diese Weise sollen die zu erledigenden Aufgaben allen in der Bibliothek Tätigen abteilungsübergreifend bekannt und Zielvereinbarungen transparenter werden.

 

1.2 Personal

Ausgeschieden sind im Laufe des Jahres Herr Engelmann (31.3., er hatte der Bibliothek als Fachreferent für Soziologie, Geographie und Geowissenschaften seit 1972 angehört), Frau Ludwig-Becker (31.1.), Frau Beien (31.3.), Herr Heßling (31.5.), Frau Theis (31.6.), Herr Holderbaum und Frau Schulte (beide 31.12.). Ihr 25-jähriges Dienstjubiläum begingen Frau Neuses (6.2.), Frau Fischer (19.4.) und Herr Wessel (28.11.). Frau Wilhelm und Frau Leuck kehrten zum 24.7. bzw. zum 12.8. nach einem mehrjährigen Erziehungsurlaub wieder an die Bibliothek zurück.

Neu in den Dienst der Bibliothek traten Herr Dr. Reinstein (13.06.) als Nachfolger von Frau Beien und Frau Recht als Nachfolgerin von Frau Theis. Herr Eberhard wurde als Vertreter für die Teilbeurlaubung von Herrn Metzdorf eingestellt. Mit dem Dienstantritt von Herrn Dr. Albrecht begann die Bibliothek zum 1. April die DFG-finanzierte Erschließung des Nachlasses des Tübinger Soziologen F. Tenbruck; der Nachlass wird ebenso wie die Tenbrucksche Arbeitsbibliothek in der Universitätsbibliothek aufbewahrt. Zum 1. Oktober konnten die beiden ehemaligen Referendare nach der Ablegung der Laufbahnprüfung für die Mitarbeit in der Bibliothek gewonnen werden: Herr Dr. Schorer als Fachreferent für Geographie/Geowissenschaften und Soziologie und Herr Hausknecht als Entlastung und Vertreter von Frau Dr. Schwalbach, die am 18. November ihren Mutterschaftsurlaub antrat.

Zum ersten Mal wurde im Jahre 2000 die Bibliothek mit der von der Universität eingeführten Personalbewirtschaftung konfrontiert. Damit wurde auf Beschluss des Senates die Verantwortung für die Personalmittel den einzelnen Fachbereichen und zentralen Einrichtungen direkt übertragen. Sie übernahmen damit neben der Bewirtschaftung auch die Verpflichtung zum Ausgleich des Personaletats, eine Aufgabe, die die Universitätsleitung in der Vergangenheit zentral mit Hilfe von Wiederbesetzungssperren und Mitteln der Titelgruppe 71 aus Sicht der Bibliothek sehr gut gelöst hatte.

Bei einer permanenten Unterfinanzierung von 4,5% des Personalhaushaltes der Universität wurden von der Bibliothek Einsparungen in Höhe von DM 331.225 verlangt. Theoretisch konnte die Bibliothek aus eigener Kraft sogar Einsparungen von etwa DM 504.000 erbringen. Dies zumindest war die Summe, die sich als Mittelschöpfung aus den nur zeitweise oder dauerhaft nicht besetzten Stellen ergab. Auf den ersten Blick ist dies eine große Zahl, es muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei den freien Stellen fast ausschließlich um nicht mehr dauerhaft besetzte Stellen handelt, die im Rahmen der Einsparauflagen als Folge des Landesrechnungshof-Gutachtens mit einem kw-Vermerk zu Ende 2001 bzw. 2002 überhaupt wegfallen sollen. Da aber die Aufgaben der früheren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf diesen Stellen nach wie vor weiterbestehen – es handelte sich im wesentlichen um Aufsichtskräfte bzw. Magazinmitarbeiter oder sonstige technische Kräfte –, sind die Stellen auch nicht wirklich frei und stehen somit für Einsparungszwecke nicht zur Verfügung. Vielmehr werden auf ihnen im Rahmen der Mittelschöpfung studentische Hilfskräfte beschäftigt, die zu wesentlichen Teilen die erweiterten Öffnungszeiten und den Rückstelldienst tragen. Ein Verzicht auf diesen Personenkreis würde das Dienstleistungsangebot der Bibliothek erheblich verschlechtern.

In mehreren Gesprächen mit der Universitätsleitung wurde deshalb nach einem Ausweg aus dieser Situation gesucht. Die gefundene Lösung sieht vor, dass der Bibliothek DM 66.000 aus Überlastmitteln zur Verfügung gestellt werden, um die mit rund DM 286.000 veranschlagten Kosten der Serviceverbesserungen (Öffnungszeiten, Rückstelldienst) finanzieren zu können, immerhin dem Äquivalent von 3,5 Ganztagskräften der Eingruppierung BAT VII entsprechend. Zusammen mit dem Zuschuss des Arbeitsamtes für die Beschäftigung eines Schwerbehinderten in Höhe von DM 6.000, der ebenfalls zur Mittelschöpfung herangezogen werden konnte, gelang es, das Einsparungssoll zu erbringen, bzw. einen kleinen Überschuss von DM 22.000 zu erwirtschaften, der allerdings durch die nachträgliche Kürzung der Überlastmittel nochmals schrumpfte.

Es hat sich dabei gezeigt, dass die Bibliothek ohne zusätzliche kräftige Finanzspritze nicht in der Lage ist, die geforderten Minderausgaben auf dem Personalsektor zu realisieren, da bei ihr die hierfür notwendige Fluktuation nicht gegeben ist (nahezu ausschließlich Dauerbeschäftigte und kaum Abgänge), und dass dort, wo es tatsächlich Abgänge gab, häufig der sensible Publikumsbereich betroffen war. Sollte es der Universität nicht gelingen, das Ergebnis der Prüfung durch den Landesrechnungshof mit seinen Auswirkungen auf die Bibliothek durch das MBWW rückgängig machen zu lassen, ist spätestens zu Beginn des Jahres 2002 eine dramatische Situation gegeben: Denn mit dem Auslaufen von 12,5 Stellen zu Ende 2001 bzw. 2002, über die im Jahre 2000 noch durch Mittelschöpfung verfügt werden konnte, fällt die Möglichkeit weg, aus eigenen Stellenmitteln Hilfskräfte für die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen zu bezahlen. Auch wenn es inzwischen gelang, das MBWW davon zu überzeugen, dass es nur ein Konzept für die Berechnung des Personalhaushaltes der Universität geben kann, entweder das vom Ministerium erarbeitete Personalbemessungskonzept oder aber die Einschätzung des Landesrechnungshofes, so ist damit noch lange nicht das Ergebnis der Streichwut des Rechnungshofes aufgehoben.

 

1.3 Ausbildung

Die Universitätsbibliothek betreute 2000 während unterschiedlicher Praktikums- und Ausbildungszeiten insgesamt 17 Auszubildende und Interessenten der bibliothekarischen Berufe. Zur Durchführung dieser Ausbildungsgänge wurde nach intensivem Schriftwechsel und Vorbereitungsgesprächen ein detaillierter Ausbildungsplan erstellt. Anschließend erfolgte die Terminierung und inhaltliche Koordinierung des praxisbegleitenden Unterrichts. Mit den Abschlussgesprächen und den Beurteilungen wurde die Ausbildung beendet.

Im folgenden sind die verschiedenen Berufssparten, die Ausbildungszeiten und die Namen der Auszubildenden genannt:

Der Gehobene Dienst beginnt seinen 15 Monate dauernden Ausbildungsabschnitt im Februar des Jahres und beendet ihn mit der Abordnung an die Bibliotheksschule Frankfurt am Main zum 1. Mai des folgenden Jahres: Stephan Brenner begann die Ausbildung, Hans Günter Scheer und Gerlind Storch beendeten ihre Ausbildung. Johanna Szparaga von der Fachhochschule Hannover absolvierte ein sechs Monate dauerndes Praxissemester.

Der Höhere Dienst beginnt seinen 12 Monate dauernden Ausbildungsabschnitt zum 1. Oktober des Jahres und beendet ihn mit der Abordnung an die Bibliotheksschule Frankfurt am Main am 30. September des folgenden Jahres: Dr. Gernot Lorenz begann die Ausbildung.

In der Woche vor Ostern werden jedes Jahr Probepraktikanten betreut. Dieser Termin dient der Berufsfindung und ist für die Anwärter des Gehobenen Dienstes verpflichtend: Frank Krollmann, Silvia Lenz, Tanja Schablitzky und Daniel Schneider nahmen 2000 an diesem Praktikum teil.

Zahlreiche Schüler bitten immer wieder um ein vierzehn Tage dauerndes Berufsfindungspraktikum: Carolin Henning, Ella Schneider, Kerstin Lahyene, Benjamin Laupichler, Julie Hemmerling und Anne Geißler absolvierten 2000 ein Praktikum.

Josef Holbach aus der Bibliothek der Priesterseminars Trier war für vier Wochen und Christiane Bartolé vom Centre de Documentation Pédagogique in Walferdange/ Luxemburg für zwei Wochen zur berufsbezogenen Fortbildung in der Universitätsbibliothek.

 

1.4 Fortbildung

Zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nahmen an verschiedenen Fortbildungen teil. Die Tabelle 12 im Anhang gibt eine chronologische Übersicht über die stattgefundenen Fortbildungen und Dienstreisen.