3. Gebäude und Einrichtungen

Bestimmend war für das ganze Jahr – und wird es auch wohl für die folgenden Jahre bleiben –, dass mit der Sanierung der Bibliothekslesesäle A/B begonnen wurde. Ziel der Renovierung ist es, die alte schadstoffbelastete Deckenkonstruktion zu ersetzen. Gleichzeitig soll dabei die Beleuchtung erneuert und verbessert werden. Der verschlissene Teppichboden, der inzwischen auch zu einer Unfallgefahr zu werden droht, soll ebenfalls ersetzt werden. Und schließlich steht die Lüftungsanlage teilweise zur Erneuerung an.

Nach den Vorstellungen der Bibliothek sollen während der ganzen Baumaßnahme alle Bestände weiterhin stets benutzbar bleiben, und auch der freie Zugang zu allen Beständen darf nicht eingeschränkt werden. Unter diesen Maßgaben waren noch 1999 die Planungen angelaufen, für die zwei Prämissen galten: Die Ausstellungsfläche der Bibliothekszentrale ist Auffangstelle für die aus dem Lesesaal B 1.OG auszuräumenden Bücher, und der dadurch freie Platz wird Puffer für alle weiteren Buchbewegungen in A/B. Die Sanierung sollte in der Reihenfolge A 1.OG, A 2.OG, B 2.OG und schließlich B 1.OG erfolgen.

Nachdem 1999 bereits die Vorarbeiten mit der Verlegung von Magazin- und ersten Lesesaalbeständen begonnen worden waren, erfolgte zu Jahresbeginn 2000 die Verlegung aller im Gebäude A/B, 1.OG befindlichen Buchbestände: Die in B 1. OG befindlichen Fachbestände Anglistik, Romanistik und Medienwissenschaft wurden für die Dauer der Sanierung in die Bibliothekszentrale verlegt. Der dadurch freigemachte Bereich soll als Puffer für die von der Sanierung betroffenen Bestände dienen. Hierhin wurden die Bücher der Geschichte, der Allgemeinen Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der Politikwissenschaft transferiert. Im Magazin wurden durch eine engere Aufstellung und die Auslagerung der Dissertationen, die vorübergehend als Magazinliteratur wieder per Leihschein bestellt werden müssen, Platz geschaffen für die Aufnahme des Restes der Lesesaalbestände aus A 1. OG, nämlich die Germanistik, die Ostasienwissenschaften und die Slavistik. Dies alles war allerdings nur auf Kosten der einfachen Zugänglichkeit möglich. Zwar wurde bereits vor Beginn des Umzuges darauf hingewiesen, dass mit Benutzungsbehinderungen zu rechnen sei. Auch wurde eine umfangreiche Plakatierungsaktion gestartet, die an den alten Standorten auf die neuen Standorte hinwies. Dennoch herrschte längere Zeit eine beträchtliche Verwirrung, und zu den Hauptaufgaben der Auskunft gehörte es, darüber zu informieren, wo die gesuchten Bücher aufgefunden werden konnten.

Die zum Teil recht lärmintensive Sanierung des ersten Abschnittes erfolgte zwischen April und September. Da hier die Grundsatzentscheidungen für die weitere Renovierung getroffen werden mussten, gab es eine intensive Diskussion bei der Auswahl der neuen Leuchten, wobei die Bibliothek neben der optimalen Ausleuchtung des gesamtes Raumes (Decken, Regalgassen und Bodenflächen) starken Wert darauf legte, dass der düstere, höhlenartige Eindruck der alten Lesesäle unbedingt vermieden werden sollte. Aber auch hier konnte eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden werden. Entsprechend positiv war die Resonanz nach der Wiedereröffnung.

Nach der Fertigstellung des ersten Abschnittes erfolgte ab Mitte September die Wiedereinrichtung so, dass die im Stockwerk darüber befindlichen Buchbestände der Geographie/Geowissenschaften, der Klassischen Archäologie, der Alten Geschichte, der Klassischen Philologie sowie der Kunstgeschichte aufnehmen konnte. Der sich anschließende Umzug dieser Bücher konnte Mitte Oktober abgeschlossen werden. Die Erneuerung des Bodenbelags in den beiden Zwischengeschossen zwischen dem 1. und 2. OG erfolgte in wenigen Tagen über ein verlängertes Wochenende hinweg. Die dort befindlichen Zeitschriften wurden nicht ausgelagert, lediglich der unterste Regalboden musste für die Verlegung des Teppichboden ausgeräumt werden. In dringenden Fällen war für die betroffenen Zeitschriften ein Holdienst eingerichtet worden, der Zutritt zur „Baustelle“ hatte.

Der Umzug brachte keine gravierenden Probleme mit sich, die Zusammenarbeit mit Staatsbauamt und Technischer Abteilung der Universität als Hauptansprechpartner funktionierte gut und das mit dem Transport der Bücher sowie dem Ab- und Aufbau der Regale betraute Umzugsunternehmen arbeitete ordentlich. Die Planungen für den weiteren Fortgang konnten deshalb zügig erfolgen.

Zum Herbst allerdings wurde die Universität mit der Aussage konfrontiert, dass die gesamte Bibliothekszentrale, deren Fußbodensanierung im Bereich der Lesesäle anschließend an die Arbeiten in A/B immer wieder angedacht worden war, ebenfalls dringend wegen einer hohen Konzentration an künstlichen Mineralfasern (KMF) saniert werden müsse. Dabei stellte sich sehr bald heraus, dass der Lesesaal in der Bibliothekszentrale nur in einem Zuge renoviert werden kann, er also gänzlich geräumt werden und die dort befindlichen Bücher auf die übrige Bibliothek verteilt werden müssen. Das Volumen der Umzugsmasse würde ca. 20.000 laufende Regalmeter betreffen, eine Menge, die nirgendwo während der noch laufenden Sanierung von A/B unterzubringen wäre. Es war von vorneherein klar, dass weder die Bücher der Lehrbuchsammlung noch die des Informationszentrums ausgelagert werden können. Das weitere Vorgehen wird entscheidend davon abhängen, wie dringlich die Sanierung der Bibliothekszentrale tatsächlich ist. Dazu soll zu Anfang des Jahres 2001 eine Besprechung im größeren Kreis unter Heranziehung der Ministerien und weiterer Fachleute erfolgen.

Schließlich hatte die Feuerwehr bei einer Begehung im Vorjahr eine nicht feuersichere Deckenisolierung im älteren Magazinteil entdeckt und deren Entfernung spätestens für das Jahr 2001 angemahnt. Dies bedeutet, dass entweder unmittelbar im Anschluss, schlimmstenfalls parallel zur A/B-Sanierung eine weitere kleinere Sanierung zu planen ist.

In alle diese Hiobsbotschaften hinein erfolgte im November die erfreuliche Mitteilung, dass das Bauamt endlich die Mittel erhalten hatte, noch im Laufe des Jahres 2000 den Einbau einer Drehtür als zusätzlichen und unbewachten Eingang zum Lesesaal D (Psychologie) in Angriff zu nehmen. Hier hatte es zwar eine solche Tür gegeben, deren Funktionssicherheit allerdings nicht den Wünschen und Vorgaben der Bibliothek entsprach.

Weiterhin wurde im Laufe des Sommers der verschlissene Teppichboden im Eingangsbereich des Lesesaales C (Rechts- und Wirtschaftswissenschaft, Soziologie) und in der Ausleihtheke erneuert. Gleichzeitig erhielt die Brücke zwischen B und C einen neuen Belag, diesmal keinen Teppichboden wie bislang, sondern einen PVC-Belag. Letzteres erwies sich als eine wenig glückliche Entscheidung. Zunächst erforderte ein Fehler bei der Verlegung seine komplette Entfernung mit anschließender Erneuerung. Schlimmer aber ist, dass bei bestimmten Wetterlagen oder nach einer gründlichen Reinigung der Boden feucht und damit spiegelglatt wird, und dies trotz der Zusage, dass der Belag absolut rutschsicher sei. Um Unfälle bzw. die Schließung der Brücke zu vermeiden, was insbesondere Konsequenzen für die Öffnungszeiten des Lesesaals an Wochenenden hat, wurden als Notmaßnahmen eine größere Anzahl von rutschfesten Teppichmatten gekauft und der Brückenboden damit ausgelegt. Dies sichert zumindest über weite Strecken eine gefahrloses Begehen. Ein Lösung durch einen dauerhaft rutschfesten Belag steht noch aus.