5. Abteilung 2 Digitale Medien

Für den Berichtszeitraum 2000 standen der Abteilung wie schon im Vorjahr Mittel aus der Teilbeurlaubung einer Mitarbeiterin des Höheren Dienstes zur Verfügung, die zur Finanzierung einer halben BAT-IIa-Stelle genutzt werden konnten. Diese wurde bis Mitte März 2000 von Frau Dip.-Math. Ulrike Beien versehen. Als Nachfolger für Frau Beien konnte die Bibliothek im Juni Herrn Dr. Hagen Reinstein gewinnen, der an der Universität Würzburg in der Abteilung Forschungsförderung und Technologietransfer unter anderem im Bereich der Gestaltung des dortigen WWW-basierten Informationsangebotes gearbeitet hat. In der Abteilung für Digitale Medien der Universitätsbibliothek Trier obliegt ihm die Betreuung der Bibliotheks-Homepage, das Konvertieren der bei der Bibliothek eingehenden elektronischen Dissertationen sowie die Mitarbeit an einem Antragsvorhaben der Bibliothek im DFG-Förderbereich „Verteilte Digitale Forschungsbibliothek / Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen“.

 

5.1 Betreuung von digitalen Texten und Electronic Publishing

Bis Ende 2000 konnte die Bibliothek 25 elektronische Dissertationen auf ihrem Server anbieten (vgl. unter 5.3.). Neben von ihr erworbenen oder selbst ins Netz gestellten digitalen Dokumenten dokumentiert die Abteilung laufende Digitalisierungsprojekte an der Universität Trier, ist hierbei jedoch auf Meldung der jeweiligen Projektbetreiber angewiesen.

Im Berichtszeitraum schloss sich die Abteilung eng an die insbesondere von der Älteren Germanistik zusammen mit dem Kompetenzzentrum für elektronisches Publizieren von Volltexten in den Geisteswissenschaften betriebenen Digitalisierungsprojekte an und stellte einen an den dort zugrundegelegten Prinzipien (Texterfassung im Double-Keying-Verfahren und anschließende Auszeichnung der Daten nach SGML) orientierten Antrag auf Förderung der Digitalisierung der Oeconomischen Encyclopädie von Johann G. Krünitz durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Zusammenfassend wird das Vorhaben in dem Antrag wie folgt beschrieben:

„Die Oeconomische Encyclopädie von Johann G. Krünitz, erschienen 1773-1858 in 242 Bänden, soll vollständig digitalisiert und im Internet wie auf CD-ROM zur Verfügung gestellt werden. Das Vorhaben soll auf in anderen Trierer DFG-Projekten bereits erprobten Standards und Methoden der Textdigitalisierung aufsetzen und die umfangreichste Enzyklopädie ihrer Art unter einer komfortablen und bedienungsfreundlichen Benutzeroberfläche zur Verfügung stellen. Die Universitätsbibliothek soll mit der Umsetzung des Projekts Kompetenzen zur Durchführung von Retrodigitalisierungsprojekten entwickeln und festigen, die sie zur Führung eines auf maschinenlesbare Volltexte spezialisierten Digitalisierungszentrums für die Geisteswissenschaften befähigen und die Projektphase zum mittelfristigen personellen und institutionellen Umbau ihrer Dienstleistungsstrukturen nutzen“.

 

5. 2 Web-Design und Integration digitaler Dienste, WWW-Seiten-Aktualisierung

Die WWW-Seiten der Bibliotheken blieben in ihrer Struktur im wesentlichen der Ende 1999 in Betrieb genommenen „neuen Homepage“ angepasst. Neu entwickelt wurde 2000 die Strukturübersicht zu dem Webangebot der Bibliothek („Sitemap“).

Im Frühjahr 2000 bot die Bibliothek für die Dauer von vier Wochen den Gratiszugriff auf die vom Hochschul-Bibliotheks-Zentrum (HBZ) des Landes Nordrhein-Westfalen betriebene „Digitale Bibliothek Nordrhein-Westfalen“ an, für deren Verankerung an rheinland-pfälzischen Bibliotheken sie im Auftrag des Ministeriums koordinierende Aufgaben wahrnahm. Dass dieses Angebot ein nur verhaltenes Echo fand, führt die Abteilung im wesentlichen auf noch mangelnde Vertrautheit mit dem Medium und (mittlerweile weitgehend behobene) strukturelle Mängel der DigiBibNRW zurück, für die sich bislang noch kein vergleichbares Konkurrenzprodukt am Markt etablieren konnte.

Ab Mitte 2000 präsentiert die Bibliothek ihre elektronischen Zeitschriften im Rahmen der „Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB)“ (vgl. unter 5.3). Die Aktualisierung aller Seiten erfolgte nach Möglichkeit täglich, wobei die Zuständigkeiten für Inhalte nach einzelnen Rubriken verteilt liegen: die Hyperlinks unter „Andere Bibliothekskataloge“, „Bibliographische Datenbanken“ und „Suchhilfen“ pflegt die Auskunft, die Zuständigkeit für „BIB-KAT“ und „Dokumentlieferung“ liegt bei Mitarbeitern der EDV-Abteilung, und für „Fachspezifische Informationen“ bürgen die jeweils zuständigen Fachreferenten.

 

5.3 Elektronische Dissertationen und Zeitschriften

Bis Ende 2000 konnte die Bibliothek 25 elektronische Dissertationen auf ihrem Server anbieten. Über die neue Ablieferungsform, die mittlerweile alle Fachbereiche zulassen (obwohl nicht alle Promotionsordnungen entsprechend abgeändert wurden), hat die Bibliothek in einem ausführlichen Artikel im Unijournal informiert. Anders als in anderen Universitätsbibliotheken, in denen Doktoranden zumeist die endgültige elektronische Fassung ihrer Dissertationen im Präsentationsformat „PDF“ abliefern müssen, erhielten die Trierer Promovenden umfangreiche Unterstützung bei der Konvertierung ihrer Daten durch die Abteilung für Digitale Medien der Bibliothek. Der „Metadatenmaker“, mit dem die Metadaten der Dissertationen zur besseren Erschließung in einschlägigen Nachweisinstrumenten für Volltexte im Internet aufbereitet werden, wurde den Anforderungen, welche Die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main an die bibliographische Meldung elektronischer Dokumente stellt, angepasst und die Infoseiten der Rubrik „Elektronische Hochschulschriften“ fortgeschrieben und aktualisiert. Selbstverständlich sind sowohl die Druckausgabe als auch die elektronische Ausgabe jeder Trierer Dissertation im Bibliothekskatalaog BIB-KAT verzeichnet – der Volltext der elektronischen Ausgabe kann jedoch durch bloßes Anklicken der URL sofort am Bildschirm eingesehen werden.

Wie im Vorjahr war es dank eines aus zentralen Mitteln des Landes finanzierten Konsortial-Abonnements sämtlicher elektronischer Zeitschriften des Springer-Verlages möglich, auch im Berichtsjahr 2000 Zugriff auf eine beträchtliche Zahl elektronischer Zeitschriften einzuräumen. Außerdem bieten immer mehr Zeitschriftenverlage parallel zu den von ihnen vertriebenen Druckausgaben elektronische Versionen ihrer Verlagsprodukte an. Die Kostenstruktur in diesem Sektor ist uneinheitlich und reicht vom Gratisbezug der elektronischen Parallel-Version bis zu Aufschlägen von 10-20% und mehr. Der ausschließliche Bezug der elektronischen Version einer Zeitschrift (unter Verzicht auf die Printausgabe) ist fast nie unter 90% des Preises der Printausgabe realisierbar, wobei allerdings nur selten eine Garantie auf dauerhaften unbegrenzten Zugriff bezahlter zurückliegender Jahrgänge gegeben wird.

Außer den Springer-Zeitschriften, die infolge ihrer naturwissenschaftlichen Schwerpunktsetzung in Trier weniger genutzt wurden als in den anderen beiden großen Universitätsbibliotheken des Landes, konnte die Bibliothek den Zugriff auf elektronische Zeitschriften der American Mathematical Society sowie der Verlage Cambridge University Press, Elsevier, Emerald, Oxford University Press, Turpion und Wiley anbieten. Dies geschah ab Mitte 2000 im Rahmen der Regensburger Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB), einem fachlich gegliederten Zugangsportal für wissenschaftliche elektronische Zeitschriften, das mittlerweile von der überwiegenden Mehrzahl der deutschen Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken zur Verwaltung sowohl frei zugänglicher als auch nur für lizensierte Benutzer im Volltext abrufbare elektronische Zeitschriften genutzt wird. Der Verwaltungsaufwand für diesen Dienst, insbesondere die Abklärung der Zugangsmodalitäten für die elektronischen Parallelausgaben im Printabonnement bezogener Zeitschriften mit den einzelnen Verlagen, ist mit dem wachsenden Angebot elektronischer Zeitschriften gestiegen (allein in der EZB hat sich in der Zeit von 1998 bis 2000 die Zahl der Zeitschriften von 3.500 auf über 8.000 mehr als verdoppelt). 2000 war es nicht möglich, alle für ein täglich aktuell gehaltenes EZB-Angebot erforderlichen Arbeiten in neuen Geschäftsgängen, die eine enge Kooperation von Zeitschriftenstelle und Abteilung für Digitale Medien voraussetzen, personell in angemessener Form abzupuffern. Für 2001 steht eine personelle Aufstockung der Abteilung in Aussicht, die Abhilfe verspricht.

Über die Seite „Digitale Medien“ konnten Bibliotheksbenutzer und -benutzerinnen auch im Jahr 2000 auf von der Abteilung kontrollierte und aktuell gehaltene Übersichten der im CD-ROM-Netz der Bibliothek (vgl. oben 4.2) vorgehaltenen CD-ROM-Datenbanken zugreifen. Auch die Planung zu den jedes Semester stattfindenden CD-ROM-Einführungen (vgl. unten 9.1) wird hier (außer auf Plakaten, Handzetteln und in gezielten E-Mail-Benachrichtigungen) dokumentiert.