5. Abteilung 2 Digitale Medien

Im Sommer 2001 konnte mit Herrn Stefan März erstmals ein Mitarbeiter mit einer ganzen unbefristeten Stelle seine Arbeit in der Abteilung für Digitale Medien aufnehmen. Herr März wurde im Rechenzentrum der Universität Trier zum Fachinformatiker ausgebildet und ist in der Universitätsbibliothek für die Betreuung der Bibliotheks-Homepage, das Konvertieren der bei der Bibliothek eingehenden elektronischen Dissertationen und die Administration der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek zuständig.

Dr. Hagen Reinstein, der diesen Bereich neben seiner  Mitarbeit an der Vorbereitung des DFG-Projekts der Bibliothek (DFG-Förderbereich „Verteilte Digitale Forschungsbibliothek/ Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen) bis dahin mitbetreut hatte, konnte nach Auslaufen seines Vertrages bis zum Beginn des Projekts im Oktober 2001 auf einer halben Stelle weiterbeschäftigt werden und intensiv die Inangriffnahme der Digitalisierung der Krünitzschen Enzyklopädie (siehe unter 5.2) vorbereiten.

5.1 Betreuung von digitalen Texten und Electronic Publishing

Bis Ende 2001 konnte die Bibliothek 60 elektronische Dissertationen auf ihrem Server anbieten (vgl. unter 5.4). Neben von ihr erworbenen oder selbst ins Netz gestellten digita­len Dokumenten dokumentiert die Abteilung laufende Digitalisierungsprojekte an der Uni­versität Trier, ist hierbei jedoch auf Meldung der jeweiligen Projektbetreiber angewiesen. Gleiches gilt für die Präsentation elektronischer Semesterapparate auf den Fachinformationsseiten der Bibliothek, ein Angebot, das 2001 von den Fächern Anglistik, Geowissenschaften, Germanistik, Romanistik und Psychologie wahrgenommen wurde.

Parallel zu der von Dezember 2000 bis Februar 2001 in Trier und Luxemburg gezeigten Ausstellung „Candide: Illustrierte Ausgaben eines Klassikers“ entwickelte die Bibliothek (teilweise mit Unterstützung von Keith Schultz, FB II) eine Online-Version der Ausstellung mit umfangreichen datenbankgestützten bibliographischen und ikonographischen Suchfeatures (http://ub-dok.uni-trier.de/candide.htm).

Zu den Aufgaben der Abteilung zählte im Berichtsraum auch die erstmalige Online-Präsentation des „Jahresberichts der Bibliothek“, der durch Einfügen unterschiedlicher Navigationshilfen von Dr. Hagen Reinstein komfortabel recherchierbar gestaltet wurde und seit Mitte des Jahres unter http://ub-dok.uni-trier.de/jahresbericht/jbhome.htm aufgerufen werden kann.

5. 2 Web-Design und Integration digitaler Dienste, WWW-Seiten-Aktualisierung

Die WWW-Seiten der Bibliothek blieben in ihrer Struktur im Wesentlichen der Ende 1999 in Betrieb genommenen „neuen Homepage“ angepasst, intern wurde jedoch bereits an einem Relaunch unter Berücksichtigung gängiger Usability-Kriterien gearbeitet und ein modifiziertes visuelles Konzept präsentiert. Die entsprechenden Vorarbeiten hat Stefan März geleistet.

Im Berichtsjahr öffnete die Bibliothek erstmals die Portale ihrer Virtuellen Ausstellungen, deren Design noch in Gänze von Dr. Hagen Reinstein konzipiert wurde. Unter der Überschrift „Ausstellung im Durchgang“ (http://ub-dok.uni-trier.de/ausstellung/durchgang/dghome.htm) konnten 2001 die digitalen Versionen dreier im „Durchgang“ zwischen den Gebäudeteilen A und B gezeigter Ausstellungen im WWW präsentiert und dauerhaft zugänglich gemacht werden: Fibeln und Fabeln (April – Juni 2001); Venia legendi oder Die Spur des Lesers (Juni – September 2001) und Die Republik der Spiele (Oktober 2001 – Januar 2002).

Dank zentraler Fördermittel des Landes konnten 2001 die bereits im Vorjahr testweise angebotenen Dienstleistungen der „Digitalen Bibliothek Nordrhein-Westfalen“ weiterhin vorgehalten werden. In der DigiBib NRW finden sich unter einer einheitlichen Oberfläche viele verschiedene Informationsquellen (Bibliothekskataloge und Literaturdatenbanken aus aller Welt, Online- und CD-ROM-Datenbanken sowie qualitativ hochwertige freie Webseiten), die auf komfortable Weise durchsucht werden können und bei elektronischen Dokumenten in vielen Fällen den direkten Zugriff auf die gesuchten Texte erlauben.

Die aus dem Bibliotheksalltag nicht mehr wegzudenkende „Elektronische Zeitschriftenbibliothek“ (EZB, vgl. unter Punkt 5.4) änderte 2001 ihr Layout und hat sich definitiv als zentrales Nachweisinstrument elektronischer Zeitschriften in den wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes etabliert.

Auch 2001 erfolgte die Aktualisierung aller Seiten wie bisher täglich, wobei die Zuständigkeiten für Inhalte nach ein­zelnen Rubriken verteilt liegen: die Hyperlinks unter „Andere Bibliothekskataloge“, „Bib­liographische Datenbanken“ und „Suchhilfen“ pflegt die Auskunft, die Zuständigkeit für „BIB-KAT“ und „Dokumentlieferung“ liegt bei Mitarbeitern der EDV-Abteilung, und für die Aktualität der „Fachspezifischen Informationen“ bürgen die jeweils zuständigen Fachreferenten. 2001 hat die Abteilung für Digitale Medien jedoch alle Fachinformationsseiten grundlegend überarbeitet und um den elektronischen Nachweis sämtlicher Aufstellungssystematiken ergänzt.

5.3 Elektronische Dissertationen und Zeitschriften

Bis Ende 2001 konnte die Bibliothek 60 elektronische Dissertationen auf ihrem Server anbieten. Nach wie vor leistet die Bibliothek den Promovenden umfangreiche Unterstützung bei der Konvertierung ihrer Da­ten in das Präsentationsformat „PDF“, der Erschließung der Dissertationen mit Schlagworten und anderen Metadaten sowie der Weiterleitung von Texten und Metadaten an die „Deutsche Bibliothek“ in Frankfurt am Main, die den gesetzlichen Auftrag zur Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente hat und in ihren Katalogen und Verzeichnissen zugleich den Gesamtnachweis aller im Lande produzierten Hochschulschriften (in Papier- sowie in elektronischer Form) führt.  Dr. Hagen Reinstein ist die Einpassung der Promotionsordnungen aller Fachbereiche der Universität in die Informationsseiten der Bibliothek für Promovenden zu verdanken und Stefan März konnte nach einem Arbeitsgespräch in der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main den „Metadatenmaker“, der den Autorinnen und Autoren von Dissertationen die selbständige Eingabe von Sacherschließungsdaten zu ihrem Werk ermöglicht, weiter an die Nachweisbedürfnisse der „Deutschen Bibliothek“ anpassen. Ihm ist auch der Aufbau einer Access-Datenbank zur betriebsinternen Kontrolle des Workflows im Bereich „Elektronische Zeitschriften“ und die Programmierung eines entsprechenden Tools für den Bereich „Elektronische Dissertationen“ zu verdanken.

Wie im Vorjahr war es im Rahmen eines aus zentralen Mitteln des Landes finanzierten Konsortial-Abonnements sämtlicher elektronischer Zeitschriften des Springer-Verlages möglich, auch im Berichtsjahr 2001 Zugriff auf eine beträchtliche Zahl elektronischer Zeitschriften einzuräumen. Da immer mehr Verlage parallele elektronische Versionen ihrer gedruckten Zeitschriften anbieten, deren Bezug zumeist an die Fortsetzung der Print-Abonnements gekoppelt ist, waren 2001 die Periodika der Verlage Elsevier, Cambridge University Press, Blackwell Publishers oder Wiley kaum weniger gefragt als die des Springer-Verlags. Ende 2001 bot die Bibliothek ihren Benutzern im Rahmen der „Elektronischen Zeitschriftenbibliothek“ (EZB) Zugriff auf über 10.000 elektronische Zeitschriften, darunter die Volltexte von 850 kostenpflichtigen Produkten. Eine genaue Zugriffsstatistik auf die vor Ort verfügbaren elektronischen Zeitschriften über die „Elektronische Zeitschriftenbibliothek“ (EZB) findet sich auf der Startseite der EZB (http://www.ub.uni-trier.de/dimedien/ezbstatistik.htm) und im Anhang dieses Jahresberichts unter der Ziffer 10.16.

Die Bibliothek konnte ihren Benutzern 2001 kostenlose Testzugriffe auf unterschiedliche Datenbanken und Volltexte anbieten: im Januar auf die Online-Ausgabe des Oxford English Dictionary (OED), im Mai auf die Zeitschriften-Inhaltsdatenbank Poole's Plus, im Oktober auf die Zeitschrift Nature und im November/Dezember auf die Zeitschrift Science. Hierzu wurde über die Rubrik „Aktuell“ der Bibliotheks-Homepage sowie gezielt in E-Mails an potentielle Interessenten informiert.

Über die Seite „Digitale Medien“ konnten Bibliotheksbenutzer und -benutzerinnen auch im Jahr 2001 auf von der Abteilung kontrollierte und aktuell gehaltene Übersichten der im CD-ROM-Netz der Bibliothek (vgl. oben 4.2) vorgehaltenen CD-ROM-Datenbanken zugreifen. Diese können weitestgehend auch aus der „DigiBibNRW“ aufgerufen werden, was natürlich nur für im CD-ROM-Netz aufliegende Datenbanken gilt. Die auf den Mitte 2001 eingerichteten CD-ROM-Einzelarbeitsplätzen verfügbaren Datenbanken sind hier lediglich mit einem Hinweis auf diesen Standort aufgeführt. Auch die Planung zu den jedes Semester stattfindenden CD-ROM-Einführungen (vgl. unten Punkt 9.1) wird (außer auf Plakaten, Handzetteln und in gezielten E-Mail-Be­nachrichtigungen) an dieser Stelle dokumentiert.

DFG-Projekte

Im August 2001 erhielt die Bibliothek die Bewilligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Inangriffnahme ihres im März 2001 beantragten Projektes zur Digitalisierung der Oeconomischen Encyclopädie von Johann G. Krünitz. Projektmitarbeiter Dr. Hagen Reinstein konnte im Oktober 2001 offiziell mit den Arbeiten an dem auf vier Jahre angelegten Vorhaben beginnen, das zum Ziel hat, die 242 Bände der zwischen 1773-1858 erschienenen Oeconomischen Encyclopädie vollständig digitalisiert im Internet wie auch auf CD-ROM zur Verfügung zu stellen. Sowohl bei der Antragstellung als auch in den ersten Monaten der  Durchführung des Projekts erhielt die Bibliothek Unterstützung durch das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier. Am Ende des Berichtszeitraumes lagen die 140.000 Seiten des Werkes bereits weitgehend als digitale Images vor und waren z. T. zur weiteren Bearbeitung im Double-Keying-Verfahren per ftp nach China versandt worden. Die Bibliothek hat weitgehende Konzepte zur inhaltlichen Erschließung des Werkes entwickelt, die einen „digitalen Mehrwert“ der Daten produzieren und den Nutzen der im Entstehen begriffenen elektronischen Version weit über den der Druckausgabe stellen. Der Fortgang des Projekts wird auf einer eigenen „Krünitz-Seite“ dokumentiert (http://www.kruenitz.uni-trier.de/).

Die gemeinsam vom Fach Soziologie (Prof. Dr. Alois Hahn, PD Dr. Clemens Albrecht) und der Bibliothek in Angriff genommene Erschließung des wissenschaftlichen Nachlasses des Soziologen Friedrich H. Tenbruck konnte 2001 mit der Online-Präsentation der Arbeitsergebnisse auf dem Dokumentenserver der Bibliothek zu einem vorläufigen Abschluss gebracht werden (http://ub-dok.uni-trier.de/tenbruck/). Das „Tenbruck-Archiv“, in dem Manuskripte, Korrespondenz und Arbeitsmaterialien des 1994 verstorbenen Soziologen in einer Online-Datenbank (Filemaker 5.5) erschlossen werden, war im Rahmen eines DFG-Projektes zwischen 1999 und 2001 von PD Dr. Clemens Albrecht (Tübingen) erarbeitet worden und wird laufend ergänzt und weitergepflegt.